23 September 2026

Pilze in den Wäldern rund um Boulac

Pilze in den Wäldern rund um Boulac - Image

Im Herbst gibt es auf dem Waldboden rund um das Domaine Le Boulac plötzlich allerlei zu entdecken. Zwischen den Blättern tauchen rote Hüte mit weißen Punkten auf, kleine Fächer auf Totholz und Pilze, die fast so groß werden wie ein Frühstücksteller. Nach einer Zeit mit Regen und milden Temperaturen kommt diese Welt langsam zum Vorschein, und ein Waldspaziergang bekommt etwas von einer Schatzsuche.

 

Warum hier so viel wächst

Die Wälder rund um Izier bestehen vor allem aus Buchen und Eichen, häufig auf saurem Schieferboden, mit feuchten Hängen entlang des Aisne-Tals, die nach dem Regen lange kühl bleiben. Genau das ist das Klima, das Pilze mögen. Richtung Ozo, Barvaux und Bomal kommen zudem kalkreichere Böden vor, sodass Sie auf kurzer Distanz ganz unterschiedliche Standorte antreffen. Was Sie auf dem Waldboden sehen, ist übrigens nur ein kleiner Teil des Pilzes. Unter den Blättern und im Totholz verbirgt sich ein weitverzweigtes Netz aus feinen Pilzfäden: das Myzel. Manche dieser Pilze helfen den Bäumen, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, andere zersetzen Totholz und Laub. Pilze sind also nicht nur farbenfrohe Herbsterscheinungen – sie helfen dem Wald zu wachsen und sich zu erneuern.

 

Arten, nach denen Sie Ausschau halten können

Auffällig und schön zu fotografieren:

  • Fliegenpilz: der bekannte rote Pilz mit weißen Punkten, wie aus einem Märchenbuch. Wunderschön, aber giftig.
  • Riesenschirmling: hoch auf dem Stiel, mit einem Hut, der fast so breit wird wie ein Teller.
  • Gemeine Stinkmorchel: oft eher zu riechen als zu sehen; der Geruch lockt Insekten an, die die Sporen verbreiten.
  • Schmetterlingstramete: kleine Fächer mit farbigen Ringen, die auf Totholz wachsen.

 

Manche sind auch aus der Küche bekannt:

  • Steinpilz: erkennbar am kräftigen Stiel und braunen Hut.
  • Pfifferling: ein gelb-orangefarbener Pilz, mit Leisten statt Lamellen unter dem Hut.
  • Semmelstoppelpilz: hat weder Lamellen noch Leisten, sondern kleine Stacheln unter dem Hut.
  • Totentrompete: eine dunkle, trichterförmige Art, die zwischen dem Falllaub kaum auffällt.

 

Dass Ihnen diese Namen vertraut vorkommen, heißt nicht, dass die Arten leicht zu erkennen sind. Manche essbaren Arten ähneln stark giftigen. Der Grüne Knollenblätterpilz und der Kegelhütige Knollenblätterpilz gehören zu den gefährlichsten: tödlich und von trügerisch gewöhnlichem Aussehen. Ein Foto, eine App oder eine kurze Beschreibung reichen deshalb nie aus, um zu bestimmen, ob ein Wildpilz gegessen werden kann. Für einen Herbstspaziergang ist das zum Glück auch nicht nötig: Schauen, vergleichen und fotografieren bringt schon Entdeckungen genug.

 

Schauen auf dem Domaine, sammeln außerhalb

Auf dem Domaine Le Boulac gilt eine einfache Regel: Schauen und Fotografieren ist erlaubt, Sammeln nicht. Der Wald des Domaine ist Privatgelände, und indem Sie alles stehen lassen, bewahren Sie auch die Entdeckungen für den nächsten Spaziergänger. Außerhalb des Domaine sind die Regeln von Wald zu Wald verschieden. In den Wäldern der Wallonischen Region ist das Sammeln im Allgemeinen erlaubt, aber unter Bedingungen. Sie dürfen höchstens zehn Liter pro Person und Tag sammeln, nur bei Tageslicht und ausschließlich für den eigenen Bedarf. Während der Jagd ist der Wald gesperrt, und das Sammeln ist dann verboten. In Gemeinde- und Privatwäldern ist die Erlaubnis des Eigentümers nötig, und in Naturschutzgebieten dürfen Sie nichts mitnehmen. Und die wichtigste Regel: Essen Sie nie etwas, das Sie nicht mit völliger Sicherheit bestimmen können.

 

Unterwegs mit einem Pilzführer

Eine Wanderung mit einem Mykologen oder Naturführer zeigt, wie viel bei der Bestimmung eines Pilzes zusammenkommt. Nicht nur Farbe und Form zählen, sondern auch die Unterseite des Hutes, der Stiel, der Geruch und die Bäume in der Umgebung.

 

Ein paar Orte in der Nähe, die Sie im Auge behalten können. In Marcourt, bei Rendeux, werden in manchen Jahren Wanderungen mit französisch und mitunter niederländischsprachigen Mykologen angeboten. Die gefundenen Arten werden anschließend gemeinsam betrachtet und sortiert. Auch der Parc Chlorophylle in Dochamps bietet regelmäßig Pilzwanderungen unter Leitung eines Mykologen an, nur eine kurze Fahrt vom Domaine entfernt.

 

Termine und Verfügbarkeit ändern sich je nach Saison. Prüfen Sie daher im Voraus den Kalender des Veranstalters oder von Luxembourg Tourisme und reservieren Sie rechtzeitig. Festes Schuhwerk und Kleidung, die etwas Ardenner Schlamm verträgt, sind meist das Wichtigste. Ist das Sammeln während der Wanderung erlaubt, teilt die Organisation mit, ob Sie einen Korb und ein kleines Messer mitbringen sollen.

 

Auf einen Blick

  • Saison: vor allem von September bis November; nach einer Zeit mit Regen und milden Temperaturen zeigen sich oft mehr Pilze
  • Wo: Buchen- und Eichenwälder auf saurem Boden rund um Izier, kalkreichere Böden Richtung Ozo, Barvaux und Bomal
  • Auf dem Domaine: schauen und fotografieren, nicht sammeln (Privatgelände)
  • Außerhalb: die Regeln unterscheiden sich je nach Eigentümer – in den Wäldern der Wallonischen Region höchstens 10 Liter pro Person und Tag
  • Sicherheit: essen Sie nie etwas, das Sie nicht sicher bestimmen können; manche Arten sind tödlich
  • Bei möglicher Vergiftung: das belgische Antigiftzentrum ist Tag und Nacht erreichbar unter 070 245 245 (aus dem Ausland +32 70 245 245)

 

Wer im Herbst über die Waldwege rund um Izier spaziert, muss eigentlich nur etwas langsamer gehen als sonst. Zwischen Blättern, Moos und alten Stämmen verbirgt sich eine überraschend farbenfrohe Welt. Und nach der Rückkehr wartet die Ruhe Ihres eigenen Ferienhauses, mitten zwischen den Bäumen.

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